Eigene Domainendung für Pornoseiten im Internet

Der bekannte Spruch “Sex sells” trifft nicht nur für das Leben jenseits des Internet zu – ganz im Gegenteil sogar. Ein beachtlicher Anteil der Internetbenutzer und deren Suchanfragen befassen sich mit erotischen oder pornografischen Inhalten. Dieser Sachverhalt führt bereits seit längerer Zeit für Probleme im Bereich des Jugendschutzes. Während es für Erwachsene ohne Probleme möglich sein sollte sich entsprechende FSK18-Inhalte zu betrachten, gilt es nicht für Jungendliche geeignete Inhalte vor eben diesen abzugrenzen. Während in Deutschland der Jugendschutz sehr restriktiv gehandhabt wird und deutsche Pornoseiten dementsprechend nur nach einer hinreichend genauen Altersverifikation zugänglich gemacht werden, ist dies in vielen anderen Ländern nicht der Fall. Oft muss lediglich bestätigt werden, dass der Benutzer auch tatsächlich volljährig ist – was letztendlich jeder behaupten kann. Dieser zu legere Umgang mit dem Jugendschutz hat dazu geführt, dass es seit Jahren eine rege Diskussion um die Sperrung von Pornoseiten im Internet gibt. Doch eine Regulierung durch den Verbot solcher Inhalte widerspricht grundsätzlich dem Gedanken des Internets. Eine andere Lösung wäre daher wünschenswert.

Ein möglicherweise erfolgsversprechender Ansatz ist die kürzlich neu eingeführte Topleveldomain .xxx – welche speziell für erotische Inhalte gedacht ist. Durch die neue TLD sollen die Inhalte besser von dem restlichen Internet abgrenzbar gemacht werden. Dies würde es vielen Softwareanbietern vereinfachen Schutzprogramme für besorgte Eltern zu programmieren. Das sperren der stetig neu hinzukommenden Seiten ist für die meisten Eltern zurzeit nicht realisierbar. Durch das Sperren einer ganzen Domainendung könnte dieses Problem gemildert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine breite akzeptanz der neuen Domainendung. Hierbei ist jedoch zu hinterfragen, was mit den Pornoseiten gemacht werden soll, welche weiterhin auf “normale” TLDs setzen – so richtig durchdacht ist das Konzept noch nicht.

Doch nicht nur der Jugendschutz soll durch die .xxx-Domains vereinfacht werden. Ein viel größeres und immer schneller zunehmendes Problem stellen die zahlreichen Trojaner und Viren dar. Diese finden sich überproportional oft auf den besagten Angeboten, insbesonder jedoch auf vielen der kostenlosen Pornoseiten. Deren Betreiber wollen schließlich ebenfalls ein Stück dieses lukrativen Marktes für sich beanspruchen. Nach Angaben einiger namhafter Hersteller von Antivirenprogrammen soll die neue Domainendung dazu beitragen, dass das Internet sicherer wird. Dies wird darin begründet, dass die neuen Erotikdomains durch die Anbieter fokussierter beobachtet werden können. So ist es denkbar, dass die Antivirenprogramme in regelmäßigen Abständen insbesondere die .xxx-Domains auf neue Schadsoftware analysieren und deren Besucher vor eben diesen Programmen schützen. Bereits jetzt haben sich einige Sicherheitsexperten zu Wort gemeldet und den genannten Mehrwert zumindest teilweise relativiert. Ob die Einführung der .xxx-Domain tatsächlich mehr Sicherheit gewährleisten wird bleibt vorerst einen Beweis schuldig. Die zahlreichen Sicherheitsprobleme der aktuellen Browser werden so jedenfalls nicht gelöst werden können.

Die Registrierung der neuen Domainendung hat im Dezember 2011 begonnen und laut der Betreiberfirma ICM Registry in Florida ist der Start als Erfolg zu sehen. Dies jedoch nicht primär durch einen Ansturm auf die neue Endung, sondern vielmehr durch die Finalisierung der seit Jahren vorangetriebenen Bemühungen eine eigene Domain für die Erotikindustrie zu etablieren. „Wir haben in zehn Jahren viel Geld, Blut, Schweiß und Tränen in dieses Projekt investiert“, sagte Firmenchef Stuart Lawley.

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