Technologie muss nicht immer kompliziert sein

Viele kennen das Problem: Neue Technologien erobern in einer immer schnelleren Zeit den Markt und liefern dabei eine stetig steigende Anzahl an Funktionen. Während auf der einen Seite die neuen Optionen sehr willkommen sind, da diese in der Regel dafür sorgen, dass spezifische Probleme schneller gelöst werden können, gibt es allerdings auch hier eine Kehrseite der Medaille. Eines der aktuellen Beispiele für das angesprochene Problem ist die Entwicklung klassischer Handys zu den heute am Markt befindlichen Smartphones. Früher konnte mit einem Handy telefoniert, SMS oder MMS versendet werden und das war es auch bereits zum großen Teil. Die heute üblichen Smartphones dahingegen erlauben eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen. Durch die integrierten Browser stehen dem Nutzer nicht nur Funktionen wie GPS und Navigation zur Verfügung, sondern darüber hinaus auch das gesamte Spektrum an Internanwendungen. Für die jüngeren Generationen ist dieser Fortschritt in der Regel sehr begrüßenswert, da die verschiedenen Geräte immer weiter konvergieren und der Trend dadurch zu einem mobilen Endgerät geht, welches die meisten Anwendungsszenarien abdecken kann. Dem gegnüber steht allerdings das Problem, dass ein immer größerer Anteil der Bevölkerung in den Industrienationen von dieser Entwicklung ausgeschlossen wird oder die neuen Technologien dafür sorgen, dass ihnen die Benutzung der neusten Geräteklassen immer schwerer fällt. Und das obwohl die Demografische Entwicklung einen ganz klaren Trend dahingehend hat, dass die angesprochenen Gesellschaften immer älter werden. Doch dies muss nicht immer so sein! Immer mehr Hersteller von Elektronikprodukten haben in den letzten Jahren erkannt, dass genau diese Zielgruppe ganz andere Anforderungen an die zugrunde liegenden Technologien stellt. Ein Beispiel für solche eine neue Geräteklasse stellen beispielsweise die Seniorenhandys dar. Im Gegensatz zu den modernen Smartphones haben die Hersteller hierbei darauf geachtet, dass nur die Funktionen implementiert werden, welche für den spezifischen Anwendungsfall auch besonders relevant sind – ein Telefon soll schließlich vornehmlich telefonieren können. Ferner haben sich die Hersteller der Seniorenhandys darauf bedacht, das Design an die haptischen Besonderheiten älterer Menschen anzupassen. Anstatt auf moderne Touchscreens zu setzen, werden in der Regel klassische Tasten verbaut, welche durch eine besonders große Bauweise dazu noch besonders einfach zu Bedienen sind.

Abgerundet werden die im Beispiel genannten Seniorenhandys durch spezifsche Funktionen. Notruf oder automatischer Rückruf sind nur zwei Beispiele. Es bleibt abzuwarten, ob die Hersteller von modernen Elektronikprodukten im Jahr 2011 dieses Marktsegment weiter durchdringen werden und die besondere Relevanz für solche Produkte erkennen. Immer kürzere und schnellere Produkzyklen mögen für den technologischen Fortschritt von Vorteil sein. Für einen großen Teil der Nutzer sind die positiven Effekte in der Regel jedoch gar nicht so groß, wie dies meistens erwartet wird. Hier gilt es den Benutzer wieder in den Fokus der Produktentwicklung zu stellen und die neuen Technologien konsequent an den spezifischen Anwendungsszenarien und Bedürfnissen auszurichten, anstatt zu versuchen, Produkte zu entwickeln, welche generell veruchen alle denkbaren Aufgaben lösen zu können.

Leave a Comment

Previous post:

Next post: